Ratgeber · Stand 02.11.2026
Casino-Gewinne bei der Bank nachweisen
Welche Belege die Bank nach dem FM-GwG verlangen kann und wie du sie aus dem Spielerkonto sicherst.
Kommt ein größerer Betrag von einem Glücksspielanbieter aufs Girokonto, kann die Bank nach dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) wissen wollen, woher das Geld stammt. Sie will dann einen „Mittelherkunftsnachweis“ sehen, auch wenn deine Auszahlung im Online-Casino längst abgeschlossen ist.
Gefragt ist keine Identitätsprüfung wie beim Casino, sondern ein Beleg für den Weg des Geldes: woher die Einzahlung kam, etwa vom Lohnzettel oder einem anderen Konto, in welchem Casino du gespielt hast und wie der Gewinn zurückfloss, etwa laut Transaktionsliste aus dem Spielerkonto.
I
Die Belegkette von der Einzahlung bis zur Auszahlung
Das erste Glied der Kette ist die Herkunft der Einzahlung: Lohnzettel, Ersparnisse oder ein anderes Konto, von dem das Geld ins Casino ging. Thorfortune kann als zusätzlichen KYC-Schritt einen Nachweis der Mittelherkunft für die letzten 90 Tage verlangen, als Beispiel nennt der Betreiber die Gehaltsabrechnung.
Beim zweiten Glied, der Einzahlung im Casino, unterscheidet Thorfortune Casino zwei Belege: Der Einzahlungsnachweis zeigt eine einzelne Transaktion vom Bankkonto aufs Casino-Konto. Sichtbar sein müssen Datum und Uhrzeit, dein Name, der Betrag und der Name des Empfängers; einreichen kannst du ihn als Foto oder Screenshot im Format PNG, JPG oder PDF. Der Kontoauszug enthält vollen Namen, Kontonummer und die aktuellen Buchungen, belegt die alleinige Inhaberschaft und darf bei Banküberweisungen nicht älter als 90 Tage sein. Beide fordert der Betreiber per E-Mail an. Zahlst du in der österreichischen Kasse von WestAce, Crazy Tower oder Wyns per eps-Überweisung ein (15 € bis 900 € je Einzahlung), läuft die Auszahlung über einen anderen Weg, denn eps steht dort nur auf der Einzahlungsseite; Einzahlungsweg und Auszahlungsweg stehen in deiner Belegkette dann getrennt.
Für das dritte Glied, die Auszahlung, findest du bei Thorfortune jeden Antrag mit seinem Stand im Profil unter „Transaktionsverlauf“, in der Kasse von WestAce trägt jede Auszahlung einen Status von „Requested“ bis „Complete“. Sichere diese Liste, solange das Spielerkonto offen ist: Mit dem Antragsdatum und dem Eingang am Girokonto schließt sie die Kette.
II
Das Casino prüft die Mittelherkunft ebenfalls
Dieselbe Frage stellt das Casino schon vor der Bank. Nach Ziffer 5.1 der AGB von Crazy Tower Casino kann der Betreiber verlangen, dass du die Quelle der eingezahlten Gelder nachweist, unter anderem mit den Transaktionshistorien deiner Zahlungsmethoden, also Bank- oder Kartenauszügen. Sankra prüft laut Ziffer 5.1 der AGB mit denselben Unterlagen auch, woher die eingezahlten Mittel stammen. Laut seinem Datenschutzhinweis fragt Sankra nach der Herkunft von Vermögen und Mitteln, um Geldwäsche zu bekämpfen und seine Lizenzpflichten zu erfüllen.
Vor der Auszahlung kann die Prüfung dieser Nachweise bei der Verifizierung den Antrag aufhalten. WestAce, Sankra und Wyns können einen Antrag zurückstellen, bis Identität, Guthaben und Mittelherkunft geklärt sind; bei Sankra Casino wird erst gezahlt, wenn alle diese Prüfungen erfolgreich abgeschlossen sind.
Die Kontoauszüge, die du dem Casino vorlegst, belegen später auch gegenüber der Bank den Weg des Geldes.
III
Nur eigene Konten, nur passende IBAN
Eine Auszahlung auf das Konto eines Angehörigen löst das Problem nicht, sie bricht die Kette. Läuft das Zielkonto auf einen anderen Namen, storniert die Kasse den Antrag bei WestAce, Crazy Tower, Sankra und Wyns. Thorfortune verlangt, dass der Name auf Karte oder Zahlungskonto dem Namen im Casino-Konto entspricht, und zahlt nur auf die Methode aus, mit der eingezahlt wurde; die IBAN muss außerdem zum Land im Profil passen.
Das Spielerkonto schließt du erst, wenn die Auszahlung angekommen und die Transaktionsliste gesichert ist. Bei Wyns Casino werden laut AGB alle Guthaben gelöscht, wenn du das Konto mit positivem Saldo schließen willst.
IV
Was das FM-GwG der Bank vorschreibt
Rechtlich stützt sich die Nachfrage auf das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz. § 6 Abs. 1 Z 6 FM-GwG verpflichtet die Bank, Geschäftsbeziehung und Transaktionen laufend zu überwachen, wenn nötig samt Herkunft der Mittel. Was dabei als Herkunft gilt, umschreibt Z 4: Beruf, Einkommen oder die allgemeine Vermögenslage.
§ 6 Abs. 1 Z 4 und Z 6 FM-GwG knüpfen die Rückfrage der Bank an keinen festen Betrag, sondern an den Abgleich mit Beruf, Einkommen und Vermögenslage. Eine Gutschrift von einem Casino, die das bekannte Einkommen deutlich übersteigt, passt nicht in dieses Bild.
Ein Wechsel der Bank ändert daran nichts: Nach § 7 Abs. 1 FM-GwG sind dieselben Prüfungen schon vor Beginn einer neuen Geschäftsbeziehung durchzuführen.
In einem Abgabenverfahren reichten behauptete Spielgewinne laut Rechtssatz des VwGH vom 23.02.1994 (90/13/0075) nicht aus, um die Finanzierung von Haushalt und Vermögen zu erklären.
V
Glücksspielrecht: warum Banken vorsichtig sind
Aus dem österreichischen Glücksspielrecht betrifft Banken vor allem § 52 Abs. 1 GSpG: Er bedroht ein Kreditinstitut mit Strafe, wenn es wissentlich Geld eines Spielers an Betreiber verbotener Ausspielungen überweist.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen zu Bank und Casino-Zahlungen
Darf die Bank eine Kartenzahlung an ein Casino ablehnen?
Laut AGB von Thorfortune kann die Bank, die deine Karte ausgegeben hat, solche Zahlungen nach eigenem Ermessen blockieren oder ablehnen, auch wenn du aus einem unterstützten Land einzahlst; eine erfolgreiche Kartenzahlung sichert Thorfortune deshalb nicht zu.
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